Ehrbare Sammler und Freunde des guten Geruches erinnern sich mit Schrecken
an den antiquarischen Kenner, der in "Die neun Pforten" ein irrsinnig
wertvolles weil seltenes Buch in jeder zweiten Szene mit Zigaretten zuqualmt.
Tabak-Konsumenten mögen jetzt nicht sofort einsehen wovon ich rede,
aber kurz gesagt ist dieser Gestank für Nicht-Raucher eklig bis unerträglich.
Ich selbst habe schon Artikel wegen Geruchsbelästigung zurück
geschickt.
Sammlerstücke werden für gewöhnlich in Vitrinen
oder anderen zentralen Punkten, als Blickfang deponiert. Bei aller Schönheit
wirkt aber der Mief eines Aschenbechers auf viele Leute doch eher abschreckend.
Gerade da Papier und andere Fasermaterialien derartige Moleküle lange
und in großer Menge speichert, haben Zigaretten also in der Nähe
von seltenen Gegenständen nix verloren.
Die hohe Speicherfähigkeit von Duftmolekülen in Papier machen
wir uns auch zur "Enträucherung" zu Nutze. Das Objekt wird
locker in Zeitungspapier eingeschlagen, am besten bleiben die Seiten ein
wenig offen, so dass kein Staub hinein fällt aber ein geringer Luftstrom
für Gasaustausch sorgt. Da die Konzentration der Duftmoleküle
im umschließenden Papier gering ist, diffundieren diese nun nach außen.
Wenn dieser Umschlag wöchentlich gewechselt wird, sollte die Geruchsbelästigung
stetig abnehmen. Bis die Schädigung ein Niveau erreicht das von unserem
olfaktorischen Sinn nicht mehr wahr genommen wird kann aber einige Zeit
ins Land gehen. Bei einigen Verpackungen und Anleitungsheften warte ich
schon drei Jahre, daher nehme ich auch nur noch in Ausnahmefällen Pakete
an die mir zu stark stinken.
Wichtig: Nur Papier aus Tageszeitungen, kein Hochglanz (versiegelte Faseroberfläche),
keine Farbdrucke und möglichst wenig Grafik auf der Seite (Druckerfarbe
färbt manchmal auch nach Wochen noch ab, je nach umgebender Atmosphäre).
Unbedrucktes Papier scheidet ganz aus, schont unsere Wälder!
Bilder?! Mal ehrhlich, einen in Zeitungspapier eingeschlagenen Gegenstand könnt ihr euch schon selbst vorstellen, oder!?