Goemons Gruseliges Tagebuch
In dieser Ecke werde ich in unregelmäßigen Abständen (sobald ich eine Eingebung habe und über die Zeit verfüge dieser zu folgen) markante Erlebnisse meines bescheidenen Lebens niederschreiben.
Die zeitliche Abfolge folgt übrigens
den geologischen Regeln: die ältesten Daten befinden sich im liegenden
(unten) und da die Geschichten teilweise aufeinander aufbauen, sollten
sie von unten nach oben gelesen werden.
Inzwischen hat dieser Blog die Ausmaße eines Taschenbuchses erreicht und muss daher unterteilt werden. Aus reiner Ideenarmut heraus splitte ich einfach mal in Halbjahre, bzw. Doppelquartale.
Samstag
1.5.2010 |
Arbeit und ÖlIm Golf von Mexiko ist kürzlich eine abgetakelte Ölbohrplattform versunken (worden). Jetzt strömt das Öl in Teppichform an die Oberfläche und treibt auf die US-amerikanische Küste zu. Da sich die Schuldigen und Schuldner wieder einmal erfolgreich um ihre Verantwortung drücken, nehme ich jenes Ereignis zum Anlass einen generellen Aktionsplan für Katastrophen überregionaler Tragweite zu erstellen. Auf das Beispiel Ölpest bezogen ergibt sich folgendes Bild: |
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Donnerstag
8.4.2010 |
KlimaschmutzDie glorreiche ESA (European Space Agency; zu deutsch: Satelliten-Suchties) hat ein noch glorreicheres Weltraumprogramm zur Erforschung des Klimawandels gestartet. Mit dem CryoSat-2 können europäische Forscher nun Zentimetergenau beobachten wie Grönlands Gletscher und unsere Polkappen dahin schmelzen. Offizielle Begründung für das 140 Millionen Euro schwere "Forschungsprojekt" ist eine bessere Untersuchung des Klimawandels und dessen Auswirkungen auf die polaren Eismassen. So können wir nun also mit wesentlich größerer Präzision zuschauen wie unsere Erde auf den klimatischen Niagarafall zusteuert. |
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Dienstag
2.3.2010 |
Vom Sing des LebensHeute habe ich mir den Abend mal frei genommen. Jene Entscheidung hat sich im Nachhinein für mich persönlich als phantastische Einzelleistung herausgestellt, für die mich umgebenden Laienkomiker vom Global Village Council eher als desaströs. Aber der Reihe nach ... Zuvorderst habe ich Dienstagabend freilich immense Verpflichtungen. |
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Samstag
20.2.2010 |
Der Sinn des LebensEigentlich wollte ich ja über den Sinn des Lebens schreiben, für mich als gläubigen Atheist kein einfaches Unterfangen. Da hängen wir unser menschliches Gemüt an Objekte, Geschehnisse und Personen, und am Ende fragt man sich schließlich, was nun der Zweck jener Geschichte war. Der menschliche Geist ist nicht eher zufrieden als dass er seiner kümmerlichen Existenz einen höheren Sinn zugestellt hat. Für andere Kreaturen, wie Eichhörnchen oder Maikäfer ist das wesentlich einfacher: groß werden, Nachwuchs zeugen, sterben, fertig! Aber mit der immensen Gehirnkapazität ... |
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Freitag
19.2.2010 |
Fare the well JoEs gibt Tage an denen dem menschlichen Durchschnittsgemüt wie auch der persönlichen Eigenmentalität kein positiver Zukunftsgedanke abzuringen ist, beziehungsweise spirituelle Zustände denen auch bei positiver Grundeinstellung kein Lächeln entspringen will. Anders ausgedrückt: manchmal schmeckt auch Honigkuchen wie Toastbrot. Bayern, Aktienanalysten und Bundestagsabgeordnete mögen jetzt verstört die Stirn runzeln und mit dem Finger der Endgeisterung auf mich weisen, da ihnen die positive Alternative zu jenem spirituellen Völlegefühl nicht bekannt ist; aber der überwiegende Rest meiner Leserschaft ... |
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Freitag
25.12.2009 |
Balance und NächstenliebeEndlich verstehe ich meinen Zimmernachbarn. Ich versuchte heute, ihm anhand einer kleinen Präsentation die Welt zu erklären und durfte feststellen, dass ihm jene Zusammenhänge zwischen seinem verschwenderischen Verhalten und dem Elend in Afrika oder Südamerika wohlbekannt sind. Er weiß, dass es das Erdklima erwärmt wenn er tagsüber das Licht brennen lässt; und dass dadurch andere Menschen verhungern. Er verdrängt demnach nicht die globalen Schäden die sein Handeln nach sich zieht; nein, jene Not leidenden Menschen sind ihm schlichtweg egal. |
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Samstag
19.12.2009 |
Studienabschluss, schwer gemachtEs erheitert mich immer wieder, über meinen arrogant-arbeitsscheuen Neffen zu hören. Gemeint ist freilich das angeheiratete Erbgut welches meiner großen Schwester aus erster Ehe ihres Gatten an den Ringfinger gekleistert wurde. Sie kann also eigentlich nix für dessen Unfähigkeit, obschon es unter ihrer Regie schon ziemlich merkwürdig zugeht Doch zurück zum anverwandten Kapitalversager namens Raelm. Dass der Typ Feuerwehrmann werden wollte, habe ich möglicherweise schon mal erwähnt. Wenn nicht, holte ich diese Kurzinfo im letzten Satz nach. Für eine Weile schien es sogar als würden sich die Wünsche von Grisu dem Feuerwehrdrachen erfüllen. Doch dann löschte die Realität jene polemischen Träume erbarmungslos aus. |
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Sonntag
4.10.2009 |
Kälte und SchmerzMeine treulosen Laborkollegen haben mich im Stich gelassen. Eigentlich hätte dies das interessanteste Wochenende meines ersten Calgary-Jahres werden sollen. Nachdem ich einen Monat lang geklonte Häuser und langweilige Straßen sehen musste, stand für gestern früh ein Ausflug zum Dino Provincial Park (DPP) an. |
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Samstag
19.9.2009 |
Augen auf!Bob Thirsk ist Astronaut. Das ist weder tragisch noch besorgniserregend, aber jüngste Ereignisse haben mich jener Person näher gebracht. Zumindest im Geiste, rein physisch betrachtet ist er momentan vermutlich verdammt weit entfernt. Wir hatten dennoch viel Spaß zusammen und das kam so: |
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Donnerstag
17.9.2009 |
Sirens of SongIch war heute Abend in der Kirche. Nee, die Gute-Nacht-Geschichten aus der Bibel glaube ich noch immer nicht. Aber in der Knox United Church in Calgary fand ein einmaliges Sounderlebnis statt, dem ich unbedingt beiwohnen musste. |
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Sonntag
13.9.2009 |
Diebische ElsternAls ich heute Morgen die Küche betrat erwartete mich eine eigenartige Überraschung. Ich meine nicht etwa den Turm ungespülten Geschirr dem sich offenbar niemand annehmen will. Dieses Geschirrwunder ist längst Alltag geworden, da ich den schiefen Turm zu Gemeinschaftsküche jeden Morgen bewundern darf. |
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Montag
27.7.2009 |
So Doof muss man sein ... oder lieber doch nicht?!Ich habe schon diverse Leserbriefe an unsere Lokalzeitung geschrieben (Märkische Oder-Zeitung, MOZ). Zumeist nur, um Aufmerksamkeit zu heischen und meinen Namen im Tagesdruckwerk zu lesen. Hat leider nie funktioniert. Seit heute weiß ich auch warum: meine Briefe sind einfach zu intelligent geschrieben. Ein aktueller Leserbrief in der MOZ zeigt sehr deutlich, auf welcher Ebene man sich geistig nivellieren muss, um auf Seite zwei dieses Schmierblatts seine persönlichen acht Quadratzentimeter zu bekommen. Ich gebe jenen phantastischen Brief hier wortgetreu wieder und streue kleine Kommentare ein, um den gesellschaftlichen Hebelabsatz zu verdeutlichen. |
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Mittwoch
15.7.2009 |
Ursels großer CoupIch muss jetzt einfach mal eine Lanze brechen für die Medienverwirrte Ursula von der Leyen, im weiteren nur noch Ursel genannt, aus reiner Faulheit meinerseits. Ursels (inzwischen angenommener) Gesetzentwurf zur Internetzensur schlägt im Internet hohe Wellen. Kein Wunder, geht es doch um die Einschränkung von Nutzungsmöglichkeiten des größten Informationspools der Erde. Ursel steuert den Zugriff auf die multimediale Bibliothek der Neuzeit. Sowohl Forenbetreiber als fatalerweise auch seriöse Medienjournalisten machen mobil gegen Ursels Internetsperre. |
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Freitag
12.6.2009 |
Ego-Shooter töten keine Menschen, Bayern weiß AbhilfeDie Kette der Gewalttaten kann nicht länger folgenlos bleiben. Denn betrachtet man die Bilanz der bisherigen Amokläufe, muss ganz klar konstatiert werden, dass Treffsicherheit und Einsatzbereitschaft junger Massenmörder abgenommen haben. Schuld sind natürlich die in Deutschland schon lange in Verruf geratenen Ego-Shooter. Wer mit Computerspielen wie Counter-Strike oder Unreal Tournament das Schießen übt, muss sich über mangelhafte Ergebnisse seiner kurzen Serienmörder-Karriere nicht wundern. |
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Donnerstag
4.6.2009 |
Medienmonster China: Wenn Zensur Normalität wird4. Juni. Abhängigkeitstag. China feiert sich und den bedeutsamen zwanzigsten Jahrestag des Massakers am Tian'anmen mit einer ausufernden Präsenz loyaler Polizeikräfte. In der Nacht zum 4. Juni 1989 wurden im Zentrum Pekings tausende Menschen getötet, in einem beispiellosen Blutbad der chinesischen Militär-Doktrin. |
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Freitag
8.5.2009 |
Und heute verbieten wir mal ...Nach dem Gebrabbel über "Killerspiele", Pseudo-Debatten um Managergehälter, lauwarmem Gesäusel über Naturschutz, verbrämten Steuerdisputen, einer verkorksten Gesundheitsreform und trügerischen Wahlkampfgeschenken an Rentner folgt nun der nächste Aktionismus unserer Koalitionsregierung. In einer scheinbar ruhmvollen und selbstlosen Aktion wollen CDU und SPD Kampfspiele verbieten. Denn laut allgemeinem Koalitionsdünkel ist Paintball eine lebensnahe Tötungssimulation. Das Kampfspiel sei sittenwidrig und verletze die Menschenwürde. |
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Mittwoch
28.1.2009 |
Final CountdownAngesichts von Zehntausenden Cholera-Opfern hat Robert Mugabe am Donnerstag den Notstand über Simbabwe verhängt. Zu spät, meinen die Nachbarn, Kommunikationspartner, Bündniskontinente, Geldgeber, ja, eigentlich die ganze Welt. Unbestätigten Gerüchten zufolge soll es bereits bei einigen Dutzend Cholera-Verseuchten möglich sein, eine beginnende Epidemie zu diagnostizieren. Mugabes Einsicht kommt demnach mindestens einen Monat zu spät. |
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Samstag
3.1.2009 |
TürkenfischereiGestern wagte ein Walhai die Reise ins Ägäische Meer. Dass sich ein Walhai überhaupt ins Mittelmeer verirrt, ist schon verdammt selten, aber ein Abstecher in dessen östlichste Ausläufer setzt dem wirklich die Krone auf. Doch wer versteht schon die Gedankengänge der Touristen?! Vermutlich wollte der sanfte Riese einfach mal raus aus der depressiven Weite des Ozeans um die synthetischen Köstlichkeiten der Mittelmeeranrainer zu probieren und aus diversen Zoohandlungen heraus gespülte exotische Algenvarianten zu verkosten. |
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Donnerstag
1.1.2009 |
NeujahrsschüsseIsrael macht sich bereit für den Einmarsch in den Gaza-Streifen. Tausende Fußtruppen wurden versammelt, Panzerverbände aufgereiht. Die Operation "Gegossenes Blei" kann beginnen. |
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