Goemon's site - Der Paleontologe
Paleo
Paleontologie
Paleontologie ist schon deswegen spannend, weil sie die Geschichte des Lebens rekonstruiert. Und trotz moderner Methoden ist es schier unmöglich sichere Aussagen zu treffen, was die Entwicklung über die letzten 500 Ma betrifft. Diese Seiten versuchen dem werten Besucher einen knappen Einblick in die Erforschung der tierischen Evolution zu geben (da ich mich überhaupt nicht auf Pflanzen verstehe, lasse ich dieses Thema einfach aus).

Grundsätzlich gilt aber: Paleontologie = Paläozoologie + Paläobotanik , schon da bei einigen Organismen die Zugehörigkeit nicht ganz klar ist sollte man die beiden nie von einander trennen. Da ich mir aber die Physiologie von Tieren besser vorstellen kann, habe ich mich auf letztere spezialisiert, insbesondere auf Wirbeltiere, gar nicht einmal der Dinosaurier wegen, wie es meine Sammlung von Jurassic-Park-Artefakten suggeriert, sondern weil die fossilen Puzzles bei Vertebraten in aller Regel komplexer sind und der Bedarf besteht aus wenigen Teilen komplette Skelette oder Verhaltensweisen abzuleiten. Darüber hinaus finde ich die Variabilität bei koplexen Lebensformen besser überschaubar als beispielsweise bei Inoceramen (oberkretazische Muscheln), deren Formenvielfalt nur Spezialisten verständlich ist. Gut dafür sind sie leitend in der oberen Kreide, aber auch dieser Anwendungsbereich ist nicht ohne langes Studium der verschiedenen Wirbel-, Schalen-, Rippen- und Schlossformen möglich.

Diese Seiten werden sich sobald als möglich mit grundlegenden Informationen über die diversen Tiergruppen füllen, bis es soweit ist, kann ich nur auf die Liste meiner favorisierten paleo-links verweisen.

Wirbellose / Invertebraten

Alle Organismen ohne chorda dorsalis (Anlage zur Wirbelsäule) werden für gewöhnlich als Invertebraten zusammengefasst. Diese Gruppe ist demnach keineswegs stammesgeschichtlich begründet sondern rein funktionell.

Besonders hervorzuheben sind hierbei mineralisierende Algen, Schwämme, Korallen, Mollusken, Krebstiere, Trilobiten, Brachiopoden und Stachelhäuter.

Die deutschsprachige Literatur zum Thema ist relativ alt und teilweise auch falsch. Am prominentesten ist Zieglers "Einführung in die Paläobiologie", Teil 1 bis 3. Wenn man sich aber tatsächlich für die verstorbene Lebewelt interessiert, sollte ruhig zur englischen Literatur gegriffen werden, die informiert aktuell und umfassend.

Wirbeltiere / Vertebraten

Die Vertebraten/Wirbeltiere sind durch die Anlage einer chorda dorsalis definiert, diese ist zwar nicht immer leicht zu erkennen, garantiert aber immerhin die stammesgeschichtliche Verbundenheit der Vertebraten. (Hurra, ein Monophyllum!)

Das Bedürfnis nach deutscher Literatur ist hier wohl noch größer als unter den Wirbellosen, der Romer ist schon ziemlich alt und auch überwiegend biologisch beeinflusst (nix gegen Biologen, aber Paläontologen verstehen die Erdgeschichte dann doch etwas besser). Bleibt noch die Übersetzung vom Carroll: Paläontologie und Evolution der Wirbeltiere, herausgegeben 1993 (!!!!), die Inhalte sind demnach fünfzehn bis zwanzig Jahre alt.

Handwerkszeug

Bunstifte, Feldbuch, Bleistifte, Lupe und Geologenhammer sind für alle Geologen obligatorisch (abgesehen von Hydrogeologen, die können mit letzterem scheinbar nicht umgehen).

Ein Sedimenthammer ist praktisch bei plattig spaltenden Sedimentgesteinen (Solnhofener Plattenkalk!!) und die Mitnahme eines Meißels hat auch seine Vorteile.

Eine geologische Karte und je ein Bestimmungsbuch für Minerale und Fossilien sollten auch immer dabei sein. Viele sagen jetzt "Boah, ich kenne alle wichtigen Minerale und Fossis. Ich brauche keine Bücher im Gelände." Wetten, dass ihr doch irgendwann wünscht ihr hättet ein Nachschlagewerk mitgenommen? Niemand weiß alles, aber entscheidet halt selbst ob ihr im Gelände bestimmen wollt.

Ein mittelgroßer Malerpinsel wiegt nicht viel, nimmt kaum Platz weg, wirkt aber bei angewitterten Kalksanden und anderen schlecht bearbeiteten Aufschlüssen wahre Wunder. Übertreibt es aber nicht, es wurden wohl schon halbe Aufschlüsse weggebürstet (Hallo Martin !).

Nicht zu vergessen natürlich die Salzsäure (4%), unersetzbarer Beweis der Anwesenheit von Calziumcarbonat.

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